Die zunehmende Verbreitung agentischer künstlicher Intelligenz (KI) stellt Unternehmen vor grundlegende Herausforderungen. Agentische KI-Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie Entscheidungen eigenständig treffen. Dadurch entsteht eine digitale Arbeitskraft, die vermehrt als Autopilot agiert – also mit schwindendem menschlichem Einfluss. Dies verändert nicht nur die Geschäftsprozesse, sondern auch die Anforderungen an die Governance von Organisationen.
Der Fachartikel « Governing the Future Digital Workforce – The Three Lines Model in the Age of Agentic Artificial Intelligence » greift diese Entwicklung auf und überträgt ein etabliertes Governance-Modell auf die neue Realität mit agentischer KI. Ausgangspunkt bildet dabei das sogenannte « Three Lines Model ». Es gliedert Unternehmen traditionell in drei Linien: Operatives Management, Compliance & Risikokontrolle und Internal Audit.
Im Zentrum steht die Frage, wie Organisationen ihrer Verantwortung wirkungsvoll nachkommen können, wenn Entscheidungen zunehmend von KI-Systemen getroffen werden. Der Artikel zeigt, dass bestehende Strukturen an ihre Grenzen stossen: Kontrollmöglichkeiten werden diffuser, Risiken schwerer vorhersehbar und Prozesse weniger transparent. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Governance-Ansätze weiterzuentwickeln und stärker auf die Besonderheiten intelligenter Systeme auszurichten.
Gleichzeitig macht der Beitrag deutlich, dass die Verantwortung weiterhin beim Menschen bleibt. Unternehmen müssen daher nicht nur technologische Kompetenzen aufbauen, sondern auch ihre Kontroll- und Steuerungsmechanismen anpassen. Damit steigen auch die Anforderungen an die Mitarbeitenden in allen drei Linien: Sie müssen KI-Systeme verstehen und deren Risiken einschätzen, um den Einsatz von KI im Tagesgeschäft verantwortungsvoll zu steuern. Und nicht zuletzt wird es künftig noch wichtiger, dass die Funktionen der drei Linien wirkungsvoll ineinandergreifen.