Das Wesentliche in Kürze
Das Bundesgericht (BGer) ist das oberste Gericht der Schweiz. Pro Jahr beurteilt es zwischen 7000 und 8000 Beschwerden gegen Entscheide von Vorinstanzen. Dazu beschäftigt es 40 Richterinnen und Richter sowie über 170 Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber. Der Gesamtaufwand betrug 2024 fast 115 Millionen Franken, wovon knapp 7 % auf den Bereich Informatik entfallen. Das BGer entwickelt und betreibt seine eigene Informatikumgebung. Dabei setzt es vermehrt auf Künstliche Intelligenz (KI), mit dem Ziel, die Effizienz in der täglichen Arbeit zu steigern. Seit 2021 setzt das BGer bei der Anonymisierung von Urteilen KI zur Qualitätssicherung ein. 2025 führte es mit ChatTF eine interne Alternative zu kommerziellen Sprachmodellen wie ChatGPT ein.
Anhand dieser zwei Anwendungen hat die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) den Einsatz von KI-Systemen am BGer geprüft. Im Zentrum stand die Frage, ob das BGer dank KI effizienter arbeitet. Eng damit verknüpft war die Frage, ob der Einsatz von KI den Prinzipen der Vertrauenswürdigkeit entspricht. Untersucht wurden ausserdem mögliche Synergien mit anderen eidgenössischen Gerichten.